knol-info.de

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Knol & Wikipedia

Knol & Wikipedia

E-Mail Drucken PDF

Knol & Wikipedia


Es ist ein unausgesprochenes geläufiges Gerücht, dass Wikipedia und Knol miteinander verglichen werden. Oft bleibt es nicht bei Mutmaßungen und Prophezeiungen, Blogger und Zeitungen aus aller Welt zeigen Gemeinsamkeit, Unterschieden und „Knackpunkte“ auf, die sich in den nächsten Jahren ergeben und heute bereits erahnen lassen.

Wir möchten hier nachvollziehen, worauf sich die Aussagen beziehen und konzentrieren uns auf eine Analyse der beiden...Kontrahenten Parteien. Winken

 

Knolpedia

 

Wikipedia...

...bezeichnet sich selbst, als „Projekt zur Erstellung einer Online-Enzyklopädie “. Eine Enzyklopädie, das ist ist ein Werk, welches das Allgemeinwissen, das Gesamtwissen zusammenfasst. Wikipedia tut dies im Internet und ist dadurch berühmt geworden, dass es so verlässlich, umfangreich und gut geranket ist. (Dass gerade Google Wikipedia zu solchem Ruhm verholfen hat, merken wir uns für später!)

Wikipedia bedeutet heutzutage die Wahrheit. Alles was dort steht wird heute von etlichen Autoren geprüft, korrigiert, beraten, verbessert und wieder korrigiert. Die Sammlung ist überaus umfassend und detailliert, die Verlinkung ist hervorragend und die Übersichtlichkeit gefällt. Wir können eigentlich rundum zufrieden sein, auch wenn bereits der dritte Satz der Selbstdarstellung zum Nachdenken anregt: „Das Hauptmerkmal: jedermann kann unmittelbar Artikel erstellen oder verändern.“ Diese Zeiten sind in Deutschland längst vorbei.

Für Wikipedia schreiben über 285.000 angemeldete Autoren, wovon 7.000 regelmäßig an der deutschen Version arbeiten. Klingt nicht schlecht – ist nicht schlecht. Die Autoren sind qualifiziert und arbeiten ohne Entgelt – die Wikimedia ist eine Non-Profit-Organisation. Die Ergebnisse sind hochwertig; doch eine weitere Stellungnahme eben jener Autoren, „Bestand hat, was von der Gemeinschaft akzeptiert wird“, erinnert uns daran, dass unser individuelles Wissen nicht mit dem der Gemeinschaft mithalten kann. Die Zeit hat hierzu einen interessanten Artikel von Jaron Lanier veröffentlicht.

Denn genau hier setzt Knol an.


Knol...

... steht für „a unit of knowledge“ (die Einheit/das Element des Wissens). Laut Googles erster offizieller Stellungnahme zum Projekt Knol beschreibt es der Internetgigant simpel mit den Worten „Our goal is to encourage people who know a particular subject to write an authoritative article about it.“, was soviel heißt wie „Unser Ziel ist es, Leute zu ermutigen Artikel über besondere Dinge/Tatsachen, die sie wissen, zu schreiben“.

Technisch umgesetzt zeigt sich uns seit Juli '08 eine Informationsbörse, die sich offen für alle zeigt. Wir kennen dies aus den Anfangszeiten, den ersten drei bis vier Jahren von Wikipedia – allerdings kennen wir auch die heutige Situation. Knol setzt auf Vielfalt und Individualität, versucht möglichst viele Menschen dazu zu bewegen etwas zu sagen, und kein einheitliches Bild einer Wahrheit zu erstellen. Google Knol setzt auf moderne Technik und ein abgespacktes System, das sich auf wesentliche Funktionen konzentriert und auf weitere Elemente wartet. Knol ist immer noch in der Beta-Phase und lässt erkennen, dass das Projekt weiter entwickelt wird.

Jeder User mit einem Google-Account kann sich bei Knol anmelden und zum Autor werden. Worüber der User schreibt, entscheidet er. Gibt es bereits einen Artikel zu einem Thema, kann der Nutzer, je nach Lizenz des bestehenden Artikels, eigene Änderungen selbst vornehmen oder vorschlagen. So können komplexe Artikel entstehen, die gleichzeitig durch Meinungen gestützt oder beeinflusst werden. Oder: Der Autor erstellt einfach einen neuen Knol und schreibt etwas Neues, Besonderes oder Altes einfach aus neuer Sichtweise. Die Möglichkeiten sind vielfältig, der Ansturm ist groß.


Was macht Google, was macht Wikipedia?

Beide erreichen ein großflächig identische Interessengruppe: Menschen, die nach einer Antwort suchen. Diese Gemeinsamkeit ist unabdingbar, wenngleich sie einen gravierenden Unterschied im System ausmacht: Eine Wissensbörse ist keine Enzyklopädie. Wikipedia vereint ein enormes Maß an Information, das Wissen aus vielen tausend Jahren Menschheitsgeschichte. Dass dagegen gerade eine Firma gegen angehen will, deren Firmensitz, das Googelplex, nach einer Zahl benannt ist, die durch kein Medium unseres Universums dargestellt werden kann, da sie zu groß ist, lässt einen netten Titanenkampf erwarten. Google hat schon immer nach mehr gestrebt.

Wikipedia allerdings stumpf zu kopieren geht nicht, auch wenn die GNU-Lizenz dies zuließe - Knol soll etwas eigenständiges werden. Darum wird es seine Zeit brauchen, doch eine Konkurrenz ist kaum auszuschließen.

Andreas Leo Faulstich hat zu den Unterschieden zwischen Wikipedia und Knol einen netten und umfangreichen Artikel in Knol veröffentlicht. Eine weitere Ansicht präsentiert Lambert Heller.

Es bleibt abzuwarten, was sich entwickeln wird, vor allem da Google immer noch die Suchmaschine ist. Jetzt erinnern wir uns wieder daran, dass Google Wikipedia einen Großteil der Besucher zusichert. Fraglich, ob Google sich mit Knol da nicht noch ein Hintertürchen aufgelassen hat. Knol ist Google, und das könnte Wikipedia irgendwann zum Verhängnis werden. Und vergessen wir auch nicht den Bericht von Jaron Lanier, der deutlich darstellt, wozu das kollektive Wissen führen kann.


Haben Sie Anregungen für diesen Bereich oder sogar eine eigene Meinung, die Sie hier gerne vorstellen wollen? Wir veröffentlichen ihre Beiträge!

Mailen Sie uns Ihre Meinung.

Kontakt {at} knol-info.de

 

Aktualisiert ( Dienstag, 16. September 2008 um 22:52 )  
0-9 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z